Was ist Jujukinkai?

Jujukinkai - die 10 Hauptgebote im Buddhismus

Leben ist Leiden, sagte Buddha. Und er erkannte auch eine für uns unendlich tröstliche Wahrheit: Das Leiden zu überwinden ist möglich.

  • Jujukinkai (sprich: dschudschukinkai) ist eine Methode, um die Ursachen des Leidens zu erforschen - hautnah im eigenen Leben.
  • Wenn wir Leiden in unserem Leben mindern wollen ist es hilfreich, wenn wir Handlungen vermeiden, die das Leiden vermehren.

Achtsames Verhalten im Sinne der Jujukinkai ist Grundlage einer spirituellen Praxis, denn wenn Herz und Geist durch einen gedankenlosen Lebenswandel ständig in Unruhe geraten, können wir nicht lernen und uns weiter entwickeln.

In jeder religiösen Tradition werden Verhaltensrichtlinien im Sinne eines heilsamen Lebens benannt, und sie lauten überall recht ähnlich. Es bringt jedoch nur wenig, wenn man sagt "Du sollst..." oder "Du sollst nicht..." So lange man nur äußere Regeln befolgt, oder sich schuldig fühlt, wenn das nicht gelingt, sind Regeln ein Gefängnis.

Erst wenn die eigene Erfahrung ein tiefes Erkennen bewirkt, dass die Lebensqualität durch ethisches Handeln steigt, dann machen Regeln Sinn, dann werden sie zum Hilfsmittel.

Ethik ist ein Wort, das wieder häufig in Medien aller Art geannt wird. Wie das eigene Handeln im Licht der Ethik tatsächlich ist, das erforscht man im Jujukinkai-Retreat.


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Wie also bringt man die Theorie in die Praxis?

Der japanische Zen-Meister und Jôdo-Shin-Priester Reiunken Shue Usami hat die Naikan-Methodik mit den Jujukinkai-Themen und der Zen-Praxis verbunden: das Jujukinkai-Retreat war geboren. Seit 1986 leitet Usami Roshi in seinem Tempel in Senkobo, Japan, Jujukinkai-Retreats. 1995 und 2000 praktizierte Johanna Schuh bei ihm und erhielt die Autorisierung, Jujukinkai zu leiten.

Jujukinkai bedeutet, folgende Handlungen zu vermeiden:

    1. Leben nehmen, töten, zerstören
    2. Diebstahl, etwas nehmen was nicht gegeben wurde
    3. Unordnung in allen Beziehungen, insbesondere in der Sexualität
    4. Lügen, sich nicht an die Wahrheit halten
    5. Trunkenheit, Trübung des Geistes
    6. über schlechte Taten anderer sprechen
    7. sich selbst loben und andere verunglimpfen
    8. geistige oder materielle Hilfe widerwillig geben
    9. Ärger, Zorn, Wut
    10. die Drei Kostbarkeiten (Buddha, Dharma, Sangha) zu lästern
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Jujukinkai-Praxis

Jujukinkai ist ein Schweige-Retreat, man zieht sich in die Stille zurück. Keine Ablenkung im Außen, die ganze Konzentration gilt der Jujukinkai-Übung.

Man beginnt im Jujukinkai mit dem 1. Thema "Leben nehmen, töten" und forscht nach Handlungen im eigenen Leben, wo man zerstört und getötet hat. Zuerst untersucht man die Erinnerungen bis zum 10. Lebensjahr, dafür hat man etwa 2 Stunden auf seinem Übungsplatz Zeit. Dann führt man darüber ein Einzelgespräch mit der Jujukinkai-Leiterin, danach geht es weiter mit den Lebensjahren 10-15, 15-20 usw. bis zum heutigen Tag. Danach erforscht man das 2. Thema und so weiter.

Wozu soll ich das genau erforschen?

Ganz einfach: Nur was ich erkenne, kann ich beeinflussen, aktiv vermindern und vermeiden.

Jujukinkai ist eine Auseinandersetzung mit den eigenen unbequemen Seiten. Doch nur, wenn wir unsere Schattenseiten genau kennen, können wir wirklich über unser Handeln frei entscheiden.

Mögen alle Wesen Befreiung finden!

Buchtipp: Zen für jeden Tag

Zen für jeden Tag
Diane Eshin Rizzetto
In diesem Buch geht es um die Jujukinkai-Praxis im Alltag. Wie (er)lebe ich in meinem praktischen Handeln die buddhistischen Verhaltensregeln? Durch Achtsamkeitspraxis alte Gewohnheiten durchschauen und ablegen. Mit den ethischen Regeln (buddhistisch: Jujukinkai) kann man auch vertiefend beim Naikan arbeiten.

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Jujukinkai Retreat

Eine Jujukinkai-Woche ist eine Zeit des Rückzugs und der konzentrierten Praxis.

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